Auslauf

Heute abend war es dann endlich soweit: Nachdem ich mir zum Abendbrot noch reichlich Energie angefuttert habe spülte mich mein Tatendrang in Richtung dunkelheit. Zum ersten Mal in diesem Jahr zog es mich in meine Laufschuhe um tatsächlich ein paar wenige Minuten durch den nächtlichen Wald, die Kälte und die Finsternis  zu laufen.
Eine der denkwürdigen Erinnerungen an meinen ersten Ultratrail  Ende November des letzten Jahres, manifestierte sich in dem Zustand meiner damals getragenen Laufsocken. Diese bilden die während der 106km Laufens erlittenen Torturen ganz gut durch deren vollständige Zerstörung des Gewebes ab.

Salomon EXO S-LAB Socks

Überbleibsel eines Ultratrails

Die Socken hatten zuvor lediglich wenige Trainingskilometer gefressen — soviel zu dem Punkt “INTENSIVES TRAIL RUNNING” mit dem die Salomon EXO S-Lab Socken auf der Salomon-Seite beworben werden. Unglücklich über den Verschleiß war ich jedoch zu keiner Zeit: im Gegenteil, ich war während und auch nach dem Lauf hochzufrieden mit den Socken: Nichtmals eine Blase habe ich von den 106 km davon getragen. Wer weiß, was mit meinen Füßen bei minderwertigeren Socken passiert wäre. Mittlerweile dienen sie ohnehin als Art Trophäe für mich. Klar über die Lebenserwartung des Materials lässt sich sicherlich nun streiten, aber kulanterweise wurden mir vom Hersteller  neue EXO S-Lab Socken zugeschickt, für die ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken will. Somit habe ich die Gelegenheit die Socken auch im Normalgebrauch einmal ausführlich austesten zu können.

IMG_8922

Ein neues Paar Salomon Exo S-Lab Socken

Die Socken tragen sich für meine etwas größeren und breiteren Füße großartig. Die Stellen mit dem Wabenmuster drücken den Fuß spürbar zusammen, und setzen ihn sozusagen unter Spannung. Ich hatte schon während des Ultratrails das Gefühl, dass sie somit einer Ermüdung entgegenwirken und mindestens placebomässig auch Verletzungen vorbeugen, die durch die Überbelastung und Ermüdung des Fußes wahrscheinlicher werden. Die Zehen haben dennoch genug Platz und werden keineswegs zusammengedrückt. Ich fühle mich also insgesamt sehr wohl damit. Durch das leichte Material waren sie auch schnelltrocknend, wenn man doch mal eine tiefere Pfütze übersehen hatte und Wasser in den Schuh geriet. Ich bin gespannt, wie sich das Material nun über mehrere hundert Trainingskilometer hinweg verändert.

IMG_8940

6 km Waldmatsch an den Schuhen.

Heute Nacht kamen die ersten 6 km auf die Socken. Es ging meine alte Trainingsrunde entlang in den Kottenforst. Diese hat sich nach langem Ausprobieren im letzten Jahr als für mich optimal herausgestellt um den ein oder anderen Höhenmeter im sonst doch recht flachen Bonn zu trainieren. Gefühlt bin ich heute allerdings 30 km gelaufen. Zum einen ist es überraschend wie schnell ein Körper innerhalb so kurzer Zeit des Nichtstun doch abbauen kann. Zum anderen war der Waldboden überraschend matschig, d.h. es bestand enorme Rutschgefahr. Ich bin dennoch zufrieden mit mir. Es fühlte sich gut an wieder durch die Nacht zu laufen. Es fühlte sich gut an wieder an Punkte zu stoßen, wo man am liebsten aufhören würde zu laufen, dann jedoch dennoch die Zähne zusammenbeißt und einfach weiterläuft. Laufen ist in jedem Trainingszustand eine Kopfsache. Man erweitert mit der Erfahrung nach und nach seine Schmerzgrenzen.
Die abgelaufene Strecke wird man hier sicherlich häufiger sehen. Sie stellt ein optimales Intervalltraining für mich dar und verläuft über einen Singletrail.  Außerdem ist sie nachts im Scheine der Kopflampe niemals langweilig. Aber welcher Trail ist das schon?!

Trag mich in die Welt hinaus: Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0Share on Tumblr0Share on StumbleUpon0Email this to someone

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Captcha * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.