Natursteig Sieg Etappe 6 – Rundkurs Herchen

DSCF7741Meine Freundin hatte vor einiger Zeit aufgrund von Erfahrungsberichten in ihrem Freundeskreis die Idee geäußert, dass sich doch auch der Natursteig Sieg hier in der Gegend zum Trailrunning anbieten würde. Da die ersten Teile entlang der Siegauen von Bonn bekannt waren, beschlossen wir am Sonntag dem 23.02.2014, die sechste und einen Teil der siebten Etappe des Siegsteigs in Angriff zu nehmen.
Auch wenn entlang des Siegsteiges eine Bahnlinie ist, so entschieden wir dennoch in der frühen Mittagszeit mit dem Auto aufzubrechen. Unterwegs wurden noch ein paar Verpflegungsbrötchen gekauft, die wir für vor und nach dem Lauf ins Auto stellen wollten und dann ging es auf in Richtung des Rhein-Sieg Kreises in Richtung Herchen. Es waren nierderschlagsfreie Temperaturen um die 10° Celsius zu erwarten und so lief ich das erste mal dieses Jahr in 3/4-Hose auf. Gleichzeitig wollte ich an diesem Tag meinen neuen Laufgürtel austesten. Die dort eingesteckten Müsliriegel überlebten jedoch durch Unachtsamkeit schon die Fahrt nicht mehr.

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Als Ausgangspunkt zur 6. Etappe sollte uns der Bahnhof in Herchen dienen, der gar nicht so leicht aufzufinden war wie angedacht. Ein kleines Ortsschild deutete entlang unserer Zufahrtsstraße an, dass wir zwar in Bahnhof Herchen wären, vom Bahnhof selbst sah man dort aber nichts und so fuhren wir erstmal die Straße weiter nach Herchen rein. Dort machten wir Stop vor einer Karte und fragten uns wo denn nun dieser Bahnhof wäre. Wir sind natürlich genau in die falsche Richtung abgeboben und mussten 2-3 km wieder zurückfahren. Während sich meine Freundin mit der Wegfindung zum Bahnhof beschäftige, war ich sehr daran interessiert meinen kompletten Brötchen Belohnungsschmaus für den Tag aufzuessen.
Am Park&Ride des Bahnhofs erfüllte eine Gruppe Hundebesitzer zu unserer Ankunftszeit den Parkplatz mit Leben.

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Unbekümmert, und aufgrund des nervigen Bahnhofsgesuche demoralisiert ging es mit uns auf Schildersuche um den Einstieg in den Siegsteig zu finden. Der Einstiegsweg ist vom Bahnhof aus auch gut ausgeschildert. Nach kurzer Zeit in Richtung Stromberg wird der Zuweg von künstlerisch zurechtegeschnittenen Buxbäumen und Pflanzenanlagen umgebenen und zielt treffsicher auf den Siegsteig.
Dort begegnet einen auch noch der erste kleine Singletrail.

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Bereits das erste Stück erhöhte nach der eher demoralisierenden Anfahrt die Stimmung, die Gespräche und senkte zugleich auch die Aufmerksamkeit..keine 10 Minuten auf dem Weg, da verpassten wir an einer Wiese die Abzweigung des Siegsteiges nach links und liefen falsch auf die Eitdorfer Straße zu. Als wir dort kein Schild mehr entdeckten, hieß es für uns also wieder zurück und auf Schilder suche gehen und dabei versuchen sich nicht demoralisieren zu lassen, auch wenn man zuvor doch schon einige Meter bergab gelaufen ist, die es nun wieder zu erklimmen ging.

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Erfreulich war, dass die richtige Abzweigung tatsächlich ein wenig versteckt und an der Stelle leicht zu übersehen war. Über die Brücke in Stromberg überquerten wir die Sieg und gelangen auf einem recht breiten “asphaltierten” bzw. ausgebauten Weg in das Waldgebiet entlang des Kesselbach. Der befestigte Weg geht zwar nach einiger Zeit in einen Wanderweg über, verbleibt dabei jedoch eher breit und unschön.
Unterwegs bekamen wir Gesellschaft von ein paar Mountainbikefahrern, die uns auch prompt überholten. Es geht jedoch konstant bergauf und so konnten wir die Jungs mit ihren schweren Downhillmaschinen kurze Zeit später wieder ein- und überholen noch ehe wir an den Ringwällen vorbeiliefen.

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Von den Ringwällen selbst sahen wir zwar nichts, wohl durchquerten wir jedoch sehr tiefe Matschfurchen, die es zu vermeiden gab.
Nachdem die Mischwälder kurz in Nadelwälder übergingen, wird der vorläufige Abschluss dieses langen ersten Anstieges durch einen Ausblick auf die Felder belohnt. Den Ausblick kann man jedoch gar nicht so recht genießen, da es sofort wieder nach links auf die “Waldautobahn” geht. Tatsächlich ist das Stückchen Waldweg sogar von vereinzelnden Leitpfosten umflankt. Der matschige Zustand des Weges hindert einen dennoch daran neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen.

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Spaß kommt jedoch wieder beim folgenden Abstieg auf bis man die Ehrenhausener Straße L312 überquert. Der Weg wird auf diesem Abstieg teilweise bereits ein wenig schmaler und trailiger.
Kurz nach der Überquerung der Landstraße geht es dann auf einem sehr schicken Trail verhältnismässig steil bergauf. Dieser Aufstieg lässt bereits erahnen, dass sich ab hier langsam ein Stilbruch der vorherigen breiteren und langweiligeren Wanderwege abzeichnet.
Kurz vor Ende des Anstieges stößt man jedoch zuvor wieder auf einen breiteren Weg, wo einen eine Bank liebevoll zu einer Pause einladen mag. Geschickt haben wir diese nicht beachtet und sind auch noch die letzten paar Meter des Anstieges hochgelaufen. Abermals kennzeichnen dort der Ausblick auf – diesesmal von Kühe bevölkerte – Felder das endgültige Ende des Anstieges. Dort ging es dann matschigen und tiefen Reifenspuren folgend bergab.

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Der nächste Aufstieg läutete dann den schönsten Teil des Etappenabschnittes ein: nach einer kurzen Matschtrasse, geht es auf nahezu unmarkierten Weg entlang weichem Nadelwaldbodens. Zwar wird abermals die Schönheit des Weges wieder durch die Verbreitung des Weges unterbochen, allerdings nur kurz, ehe es herab zur Heilbrunnen bzw. Heilquelle bei Ohmbach geht. Dort haben wir kurz pausiert um die Softflasks aufzufüllen, die ich dabei hatte.

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Ab dem Heilbrunnen erreicht die Etappe dann seinen Klimax, den er lange Zeit auch halten kann: auf den nächsten Kilometern erwarten einen schmale und schöne Singletrails durch den Wald, jedoch heißt es sich zuvor noch an zwei Ast-Tipis vorbeizuschlagen.
Die single Trail Lauferei endet bei Igelshof, wo man zügig wieder die Zivilisation erreicht und ein paar Treppenstufen laufen muss.

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Achtung: wenn man, wie eigentlich von uns geplant, zum Bahnhof wieder zurückwill, dann gibt es in der nähe der Treppen einen durch Wegweiser ausgeschilderten direkten Weg zurück! In unserem elan achteten wir jedoch nur auf die blauen Siegsteig Bezeichnungen und liefen so schon ungeplant entlang der siebten Etappe in Richtung Philosophenweg – Nichtsahnend, dass es schon vorher zum Bahnhof ging, beschlossen wir erst zum Auto zurückzugehen um Licht und Nahrung aufzunehmen. Es ging herunter und der Weg zog sich scheinbar nicht endend lang durch die Ortschaft. Kein Wunder, sind wir doch so komplett eine Schleife und eine Brücke zuviel zum Parkplatz gelaufen. Als wir am Parkplatz ankamen war so sämtliche positive Energie, die wir noch kurz zuvor auf Höhe des Philosophenweges hatten, verflossen. Dennoch sollte nun, nach  fast 21 km an diesem Sonntag noch nicht Schluß mit unseren Ausflug sein. Nach einer kurzen Stärkung, der Mitnahme einer Lampe sowie unserer Jacken, machten wir kehrt zurück auf die siebte Etappe des Natursteigs um diese wenigstens teilweise noch abzulaufen.

Die sechste Etappe des Siegsteigs ist zum Ende hin eine schöne Tour, war m.E. aber insgesamt noch nicht so imposant wie unsere letzten Touren. Es folgt ein Bericht über die ersten paar Kilometer der siebten Etappe.

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