Natursteig Sieg Teiletappe 7 – Von Dattenfeld nach Burg Windeck

Rosenmontag im Rheinland. Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder man fiert Karneval indem man einen der zahlreichen Rosenmontagszüge genießt, oder man steht gegen 8 uhr auf, damit man gegen kurz nach 9 die halbfertigen Sachen von unserem letzten Laufausflug erledigen kann.

Eigentlich eine klare Entscheidung und so fuhren meine Freundin und ich, mit leckerem Schokoladenkuchen bewappnet, in Richtung Dattenfeld. In Dattenfeld erwartete uns seit letztem Sonntag schließlich noch die zweite Hälfte der siebten Etappe des Natursteig Sieg.
Da eine halbe Etappe jedoch ein wenig mager für einen Feiertagsausflug ist, packten wir direkt noch die achte Etappe und letzte Etappe des Siegsteiges hinten dran.
Wir parkten im Ort Dattenfeld in direkter Nähe des Siegsteigs. Dafür nahmen wir jedoch in Kauf, dass wir, wenn wir am Ende der achten Etappe mit der Bahn zurückfahren, noch ca. 1-2 km an der Sieg entlang zum Auto laufen müssten. Dattenfeld selbst ist jedoch ein hervorragender Anschlußort um möglichst schnell wieder auf den Siegsteig zu kommen: Man muss lediglich eine Brücke überqueren und schon steht man am Siegsteig, der in Richtung Schladern erstmal auf einem schmaleren Trampelpfad direkt an der Sieg entlang geht.

Siegsteig - Am Parkplatz Dattenfeld Brücke Dattenfeld Markierungsschild Siegsteig Dattenfeld Siegsteig Etappe 7 Dattenfeld

Wettermässig hatten wir nicht soviel Glück. Zwar sollten wir laut Prognose vom Regen verschont bleiben, jedoch ließ sich auch die Sonne nicht allzuoft blicken. Temperaturen von knapp unter 10° ließen mich jedoch abermals in einer 3/4 Hose laufen. Auch mein Laufgürtel erlebte seinen zweiten Einsatz und ich fütterte ihn neben Kuchen mit einer großen und einer kleinen Softflask.

Der Uferweg ab Dattenfeld offenbarte, dass wir beim letzten Mal die Strecke fast dort verlassen haben mussten, wo sie am schönsten wird. Die ersten Meter windet er sich noch im Laufe der Sieg, ehe er auf schmalen Pfad in den Wald abdriftet.
Dort begegneten wir einen scheinbar einsamen Hund, der stolz den Weg blockierte. Wir stoppten kurz und atmeten wieder auf, als wir kurze Zeit später auch die zugehörigen Herrchen sahen. An der Wildtiergruppe vorbeigemogelt, ging es dann noch ein gutes Stückchen auf einem äußerst schönem Singletrail durch den Wald in Ufernähe.

Siegsteig Etappe 7 - Kurz hinter Dattenfeld Siegsteig Etappe 7 - Singletrail bei Dattenfeld Siegsteig Etappe 7 - Singletrail bei Dattenfeld Siegsteig Etappe 7 - Singletrail bei Dattenfeld Siegsteig Etappe 7

Allerdings weiß der Weg sich schon bald von seinem “schön sein” in ein “schön anstrengend sein” zu wandeln. Der Weg verbreitet sich und läutet damit den ersten nennenswerten Hügel ein, der auch mit insgesamt ca. 150 Höhenmeterm am Stück unsere größte, wenn auch nicht anstrengenste Herausforderung war. Unterwegs sollte man übrigens seine Augen offenhalten um nicht falsch zu laufen, indem man beständig dem breiten Weg folgt; Der Siegsteig geht nämlich hinter einer Bank recht überraschend wieder in die Wallachei um nocheinmal ein paar Meterchen an Steigung zu gewinnen.

Siegsteig Etappe 7 - Die Wege werden breiter, die Steigung stärker Siegsteig Etappe 7 - Bergauf Siegsteig Etappe 7 Siegsteig Etappe 7

Danach geht es hinunter in Richtung Dreisel. Die ersten paar Häuser des Dorfes werden gerade erreicht, da driftet der Siegsteig auch wieder nach rechts ab. Anfänglich noch, trotz des verhältnismässig breiten Weges aufgrund der erstmalig offeneren Landschaft eine sehr schöne Strecke und vorbei an einer komplizierten Dreiecksbeziehungen, ahnt man, dass der Weg vermutlich irgendwann eine Kehrtwende macht und den Weg, dem man beim Durchlaufen parallel zu sich im Hintergrund sieht, doch auch irgendwann ablaufen wird. Tatsächlich befindet man sich dann kurze Zeit später auf dem Parallelweg und kommt nicht umher sich zu denken, dass die Schleife nun wirklich überflüssig war…aber schön war sie ja dennoch irgendwie. Nach kurzer Zeit leitet der Steig mit einem “Rechtsabbiegen” eine kleinere Steigung ein.

Siegsteig Etappe 7 - Nach Dreisel Siegsteig Etappe7 - Dreisel Siegsteig Etappe7 - Wegweise Dreisel Siegsteig Etappe 7 - Entlang der Felder
Siegsteig Etappe 7 - Entlang der Felder Siegsteig Etappe 7 - Entlang der Felder Siegsteig Etappe 7 - Wendepunkt Siegsteig Etappe 7 - Kurzer Anstieg

Diese Ministeigung lässt man schnell hinter sich und nähert sich dann abermals Dreisel, wo man nach nur kurzer Zeit bereits von den Blues Borthers willkommen geheißen wird, oder, zumindest Rosenmontags, einmal Dorfkarneval aus nächster Nähe erleben kann. Der Siegsteig führt jedoch leider in die entgegengesetzte Richtung um über eine Brücke die Sieg zu queren. Hinter der Brücke geht es sofort rechts  wieder in den Wald, wo man von einem sehr steilen Anstieg erwartet wird, der bis zum Erreichen einer Aussichtshütte (wohl eher Rasthütte), auch nur an Steilheit zugewinnt.

Blues Brother in Dreisel Abweisender Blues Brother Rosenmontag in Dreisel
Brücke in Dreisel Siegsteig Etappe 7 - Steil bergauf hinter der Brücke Hütte nach Anstieg bei Dreisel

Aufstiege haben jedoch immer auch irgendwann Abstiege zur Folge und so geht es  hinunter in Richtung Altwindeck. Im Tal geht es wieder pfadig weiter und kurz vor Altwindeck lauert links und rechts vom Weg ein kleines  Kontigent an Pferdewiesen. Über Altwindeck geht es dann wieder hoch zur Burgruine Windeck. Dort ist wegen Aufräumarbeiten allerdings das letzte Zugangsstück entlang des Siegsteiges im Moment abgesperrt – die Burg erreicht man jedoch dennoch völlig unproblematisch, wenn man dem normalen Wanderweg folgt.Die Ruine selbst ist recht schön erhalten und erinnert dadurch ein wenig an Burg Are bei Altenahr. Sogar eine kleine, ca. 20 meter tiefe Höhle befindet sich im Gemäuer, womit wir somit langsam noch zum Höhlenexperten werden. Wir nutzten ein kleines Päuschen an der Burgruine für akrobatischen Schabernack und um den erste Kuchenvorrat in uns verschwinden zu lassen.

Vor Altwindeck und den Pferdewiesen. Altwindeck Gesperrte Abzweigung Bäume blockieren einen Zuweg

Bis hierhin war die Teiletappe im Großen sehr schön gewesen.
Wer die Etappe an dieser Stelle beenden will, der sollte nun unmittelbar nach der Burg Windeck in Richtung Schladern abbiegen. Wenn nicht, dann läuft man weiter über einen zur Zeit äußerst matschigen und zusätzlich relativ breiten Waldweg, bis man endlich wieder ein Nadelwaldstück erreichten. Vor dem Nadelwaldstück ist ein Wegweiser, der, aufgrund des letzten Teilstückes mit eher gemischten Gefühlen, die achte Etappe des Siegsteigs für uns einläutete.

Gemäuer Burg Windeck Höhle Burg Windeck Burg Windeck Matschweg nach Burg Windeck

Weiter geht es mit der achten Etappe im nächsten Blogeintrag.

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