Zugspitz Ultratrail 2015 – Supertrail Distanz im 3er Team

Besser spät als nie

Am letzten Wochenende fand der ZugspitzUltratrail 2016 statt. Statt zu mitzulaufen liefere ich hier meine Erfahrungen vom Zugspitz Ultratrail 2015 nach.

Prerace: Wir watscheln durch die Höllentalklamm

Nun ist es also ein Jahr her, als wir das letzte mal in Grainau waren: Beim Zugspitz Ultratrail 2015 wagten wir uns zu dritt auf die Supertrail Distanz. 60 km bei fast 3000 Höhenmetern standen eigentlich auf dem Programm. Wir kamen donnerstags in unserer Ferienwohnung an. Freitags wurden wir vom Regen geweckt und kümmerten uns erstmal um ein üppiges Frühstück.

Anschließend holten wir unsere Startunterlagen ab.  Nach einem kurzen Messebesuch an diesem verregneten Vormittag machten wir uns auf zu einem kleinen Spaziergang.

Es ging durch die Höllentalklamm und über den Stangensteig zurück – genau das Richtige um sich die Beine zu vertreten. Wenn auch insbesondere noch die Klamm durch den zusätzlichen Regen sehr nass und auch schon ein wenig ungemütlich war, hatten wir auf dem Rest der Runde Glück: Das Wetter hielt sich und so konnten wir Schritt für Schritt der Tour genießen. Für meine Freundin bot zudem die Wanderung auch eine Möglichkeit ihre neuen Stöcke erstmalig im alpinen Gelände auszutesten – Ein Test, den sie mit bravur meisterten.

Pastaparty

Abends stand die Pastaparty mit dem begleitenden Briefing auf dem Programm. Bereits dort wurde vor “`Wetterproblemen”‘ gewarnt, die sich auch Bewahrheiten sollten. Die Strecken wurden verkürzt.

Bei unserem Supertrail betraf dies nur den letzten Teil des Aufstiegs zur Alpspitze, der Ultratrail verlor hingegen noch mehr Wegstrecke. So kamen am Ende nur noch ca. 54 km (und ca. 300 Höhenmeter weniger) zusammen. Wir drei haben zwar bereits beim Karwendelmarsch eine Ultradistanz hinter uns gelassen, sind dort aber als Wanderer gestartet. Somit war der Supertrail der erste offizielle Ultra meiner Freundin und die Vorfreude aber auch die Nervösität dementsprechend groß.

Ein (verkürzter) Supertrail

Am Wettkampftag schauten wir uns zuerst den Start der Ultratrailer an und fuhren anschließend mit dem Bus zum Start nach Leutasch.

Die Strecke des Supertrails trifft bereits nach wenigen Kilometern und noch am ersten Aufstieg in Richtung Scharnitzjoch auf die Strecke des Ultratrails. Der Start von Leutasch aus verläuft dabei die ersten 2-3 Kilometer flach, ehe es dann bis zum Scharnitzjoch nur noch bergauf geht. Das Starttempo im Feld empfand ich für einen 60 Kilometer Lauf schon als recht ambitioniert, allerdings zieht sich das Feld auch recht schnell beim ersten Anstieg auseinander. Zumal der Weg gerade anfangs stellenweise recht breit ist, bieten sich auch genug Gelegenheiten andere Läufer zu überholen und von anderen Läufern überholt zu werden, ehe man dann sein eigenes Tempo gefunden hat. Während mein Bruder so einen Schritt voraus war, versuchte ich bei meiner Freundin zu bleiben, die ihr Tempo am ersten Anstieg noch nicht so recht gefunden zu haben schien. Mein Plan war es für unsere kleine Gruppe bis zum ersten Cut-Off möglichst viel Zeit rauszulaufen, damit wir den Rest der Strecke genußvoll angehen konnten. Auf dem Papier sieht der erste Cut-Off nämlich schon so aus, als ob man sich immerhin ein bisschen anstrengen müsste: es sind ca. 1000 Höhenmeter bei ca. 17 km in 3.5 Stunden zu absolvieren.Und so drängte ich meine Freundin unbewußt wohl mehr als nötig in Richtung des Jochs. Mit jedem Schritt, den wir weiter nach oben machten, wandelte sich der Regen mehr und mehr zu Schnee, so dass wir im schönsten Schneefall das Joch überquerten.

Über das Scharnitzjoch hinaus

Den ersten recht kräftigen Anstieg hinter uns gelassen war meine Freundin wie befreit und wir flogen förmlich an den anderen Läufern vorbei, die uns beim Aufstieg überholt haben. Der Downhill führt in Richtung Hubertushof, den wir ohne nennenswerte Probleme erreichten. Vom Hubertushof verläuft dann ein recht unspektaküläres Stück entlang der Leutascher Ache bis nach Mittenwald. Bei Mittenwald geht es wiederum durch den Wald ehe man dann zu den Basetrail Läufern (die ab Mittenwald den Anstieg entlang des Wasserfalls bewältigen müssen) am Ferchensee zusammenstößt.

 

Ab dort war die Strecke dann auch wieder uns allen dreien bekannt und wir konnten uns so mental auf einen glitschigen und matschigen Kälbersteig vorbereiten und einen saftigen Aufstieg zum Verpflegungspunkt an der Partnachalm, der so langsam dann auch den Endaufstieg zur Alpspitz einleutet. Nicht zu erwähnen brauche ich, dass bis dahin der Regen eingesetzt hat, so dass es nur noch wenige Bilder gibt.

Richtung Alpspitze

IMG_0185Nachdem wir die unzähligen Serpentinen auf dem Anstieg zu Alpspitze am VP Langenfelder hinter uns gelassen haben und uns mitgeteilt wurde, dass die Strecke nicht mehr zur Bergstation am Osterfelderkopf hinaufführt, mischte sich neben ein wenig Enttäuschung auch Erleichterung ein: wir haben es geschafft, ab hier geht es nur noch über den Jägersteig in Richtung Hammersbach bergab. Dabei ist wegen der Witterung gerade auf dem letzten Stück nochmal erhöhte verletzungsgefahr angesagt. Wenn man Hammersbach erreicht hat, weiß man, dass man es geschafft hat. Der Straße folgt man ca. 2 km ins Ziel, wo wir uns glücklich in die Arme fielen. Meine Freundin hat ihren ersten offiziellen Ultratrail erfolgreich absolviert und am Ende war doch alles nur halb so schlimm.

Alles hat ein Ende?!

Am nächsten Tag ging es dann, um viele Eindrücke bereichert und nach einem super Wochenende nochmal auf einen kleines Beinevertreten zum Eibsee. Die Tour über den Grainauer Höhenweg war zwar länger beabsichtigt, jedoch genau das richtige für einen gelungen Abschluß des Wochenende, zumal das Wetter endlich mitspielte.

 

Am nächsten Tag ging es dann über Augsburg zurück ins Rheinland. Projekt Zugspitz Ultratrail wurde auch dieses Jahr von uns erfolgreich abgeschlossen.

Auch wenn wir dachten, dass es uns nach zweimaliger Teilnahme vorerst nicht noch einmal ins Wettersteingebirge zu dieser Veranstaltung zieht, so wird man an diesem Wochende mit Bildern und Berichten zu dieser Rennveranstaltung auf den sozialen Netzwerken geflutet und ein wenig macht sich bei mir der Gedanke breit, dass es doch eigentlich verdammt geil war und man erwischt sich doch wieder dabei auf Datasports im Live-Tracker mitzuverfolgen auf welchen Teil der Strecke bekannte Mitläufer sich denn gerade aufahlten. Da ab 2016 auch die Strecke ab VP Ferchensee ein wenig geändert wurde, was einen hoffentlich (???) höheren Trailanteil der Veranstaltung zur Folge hat, wird es eventuell 2017 ein Wiedersehen in Grainau geben.

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