Letzten Sonntag am 19.01 fiel der Startschuss zur ersten etwas längeren Laufrunde in diesem Jahr. Startpunkt war die Haltestelle Ramersdorf um von dort aus den Rheinsteig aufzusuchen. Seit dem Ultratrail Ende Novembers letzten Jahres bin ich den Teil der Strecke nicht mehr gelaufen. Damals noch in nächtlicher Dunkelheit und Richtung Bonn, ging es diesesmal bei milden Temperaturen und Tageslicht in Richtung Siebengebirge.
Ich einigte mich mit meiner Freundin schon rasch, dass das Ziel unseres diesmaligen Ausfluges der Petersberg sein sollte. Eigentlich gehört das letzte Stück des Rheinsteiges auf dem wir entlang liefen zu seinen einfacheren Streckenabschnitten: Die Wege sind alle sehr breit, das Höhenprofil bis zum Siebengebirge von oben betrachtet eher milde. Dennoch, was bedeutet milde, wenn man erst am Anfang des Trainings steckt: Laufen im Gelände ist immer auch Selbstüberwindung. Schaff ich den nächsten Schritt noch? Schaff ich die nächste Steigung noch? Die Belohnung des Laufens hält wie bei allen Ausdauersportarten erst viel später Einzug: Es ist der Moment, wo die Steigungen und auch die Laufstrecke an sich nicht mehr anstrengend ist. Es ist der Moment, wo das Laufen Spaß macht, wo es befreiend wirkt.
Auch wenn es bis zu diesem Moment noch dauert, meisterten wir ohne nennenswerte Anstrengungen (wenn auch relativ behutsam) den ersten Teil der Strecke.
An den Weinbergen zur Grenze Oberkassel/Königswinter hielten wir kurz inne um unsere Schnürsenkel neu auszurichten und ein kleines Panoramabild zu schießen. War irgendwann im letzten Jahr dort noch mitten in der Dunkelheit Schluß mit einem unserer Trainingsläufe, ging es diesesmal ohne weitere Probleme weiter.
Vorbei am Kloster Heisterbach führte uns der Weg auf den Petersberg: ausgeschildert ist er von dort aus mit ungefähr 2 km. Verheimlicht wird dabei, dass die 2 km nur aus Anstieg bestehen.
Ich schaute kurz auf meine Uhr: wir befanden uns auf ca. 180 hm. Es lagen also noch 160 Höhenmeter am Stück und somit insgesamt der anstrengenste Teil der Tour noch vor uns. Irgendwie haben wir jedoch auch das geschafft und oben auf dem Petersberg angekommen gab es dann erstmal ein kleines Päuschen auf der alten Mauer mit Blick auf die Drachenburg, dem Drachenfels und unserer Flüssigverpflegung.
Nach kurzer Zeit ging es dann weiter. Geplant war eigentlich den Rheinsteig noch ein kleines Stückchen zu folgen. Tatsächlich sind wir jedoch über den Kreuzweg auf direktem Wege Richtung Königswinter hinabgestiegen. Der Abstieg verläuft relativ steil und es befinden sich zur Zeit viele Blätter auf dem Weg, die ein schnelleres herunterlaufen zumindest etwas risikoreicher machen. Dennoch: dieser Weg wäre vermutlich auch so eine ganz gute Trainingsstrecke um sowohl Bergauf- als auch Bergab Kondition und Technik aufzubauen. Schade, dass man bis dorthin erst noch soweit fahren muss.
In Königswinter angekommen erwartete uns eine geschlossene Bahnschranke, die uns eine kleine Pause ermöglichte. Danach ging es weiter zur Straßenbahnhaltestelle. Just in time kam die Straßenbahn auch vor unserer Nase an und fuhr uns nach Ramersdorf zurück. Insgesamt eine sehr schöne Tour gewesen. Die gelaufenen Kilometer entsprechen vom Höhenprofil zudem ungefähr dem, was einen Ende Juni auf dem ersten Stück des Basetrails vom Zugspitz Ultratrail erwartet. Bis dahin muss jedoch noch die ein oder andere Schweißperle im Training die Stirn herunterkullern.





