Die letzten Meter der Rückwärtsabgelaufenen Etappe 23 von Winningen nach Kobern-Gondorf endeten am Bahnhof von Kobern-Gondorf. Dieser ist zugleich nun der Startpunkt der rückwärtsgelaufenen 22. Etappe. Doch bevor wir in die neue Etappe aufbrachen, verbrachten wir ein paar Minuten in bahnhofsnähe in der Sonne um uns mit unseren Nusskuchen zu stärken, der mittlerweile zugegebenermaßen ein wenig in Form, Farbe und Konsistenz gelitten hat. Unterhaltung haben zusätzliche Echsenwesen gebracht, die ab und an neugierig ihren Kopf aus dem Mauerwerk streckten um mal zu schauen was ihre Nachbarn denn so machen.
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Danach ging es los. Vom Bahnhof befindet man sich wieder auf dem Zuweg zum Moselsteig. Es geht zur Moselgoldbrücke, die es zu überqueren gilt und auf der man zum einen nochmal panoramahaft sehen kann, was man heute schon hinter sich gelassen hat und auch eine Vorahnung bekommt, was man noch vor sich hat. Auf der anderen Seite läuft man bis zur Bachstraße weiter. Dort noch kurz gefragt, ob wir genug Wasser dabeihaben, was liebevoll bejaht wurde. Also bogen wir ab in die Bachstraße. Von der kommt man dann nur kurze Zeit später auf den ersten Trail der Etappe, dem Nachtigallenweg.
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Auf dem Nachtigallenweg überwindet man dann serpentinenmässig recht schnell rund 100 Höhenmeter zu der auf dem Berg befindlichen Felix Hütte. Von der Hütte ergibt sich ein stimmungsvolles Rundpanorama über das untere Moselgebiet…und auf der andere Seite lässt es sich erkennen, wo es weitergeht.
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Mit der Tendenz zum ganz leichten Gefälle läuft man größtenteils Eben von der Felix Hütte auf den Feuerrosenweg, der mit ein paar Stationen zur Ablenkung ausgestattet ist, an denen der noch nicht ganz so ausgelastete Läufer seinen Schabernack treiben kann.
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Der eher bereits ausgelastete Läufer spart sich hier jedoch lieber die Kräfte, da es kurze Zeit später aus dem umwälderten Weg zu freieren Flächen und einem Anstieg über ca. 150 Höhenmeter hinausgeht, an dem man von der Sonne wie ein Brathähnchen gebraten wird. Die Blicke zurück entschädigen allerdings für die Strapazen am Anstieg. Der Weg führt bis zu einem Wegweiser, dort fehlt noch eine Moselsteig Markierung. Statt zur Hitz-Ley dem Traumpfad zu folgen über welchen der Moselsteig eigentlich geht, liefen wir den Weg weiter zum höchsten Punkt der Felder.
Dort setzten wir uns einfach auf den Weg und ein Blick auf die Laufuhr gab alsbald Gewißheit, dass wir am Wegweiser doch hätten abbiegen müssen. Bis auf die wenigen zusätzlichen Höhenmeter, die uns dieser Verläufer einbrachte, war er aber nicht schlimm. Im Gegenteil. Von der Stelle wo wir uns inmitten der Nachmittagssonne ausruhten hat man einen wahnsinnig eindrucksvollen Blick auf die Moselgegend gehabt.
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Die Freude wurde dann allerdings getrübt, als meine Freundin, noch vom Anstieg durch die Sonne am dehydrieren, feststellen musste, dass es wohl doch einen Mangel beim Füllstand der Trinkblase gibt: Sie entpuppte sich als leer. Ich selbst hatte ja eine meiner Trinkflaschen die Etappe zuvor verloren und so trug ich zu diesem Zeitpunkt insgesamt nur noch 500 ml mit mir rum, die ich in dem Gedanken, dass wir kurze Zeit später an einem Ort runterkommen werden nur zu gerne anbot.
Nach ein paar Schlückchen und wieder bei Atem ging es dann dem Weg folgend über die Felder weiter um einige Meter weiter wieder auf den offziellen Moselsteig zu machen. Wie bereits erwähnt: folgt man dem Weg und verläuft sich nicht, dann geht Moselsteig an einem Aussichtspunkt, der Hitz-Ley vorbei. Die Ley wollten wir uns natürlich trotz unseres Verlaufens nicht entgehen lassen, also ging es ein Stückchen zurück. Leider war der Punkt an diesem Sonntag sehr bevölkert, so dass wir nicht allzulange dort ausharten.
Ab dort folgten wir dann endültig wieder dem Moselsteig, der über die Felder zu einer Kappelle geht. Die Hoffnung, dass die Kapelle einen Wasseranschluß besitzt an der wir unsere Wasserreserven wieder aufüllen könnten, wurde zerstreut und so ging es an der Kapelle rechts den Moselsteig weiter, dem man noch eine ganze Weile über die offenen Felder folgt, ehe man wieder in den Wald kommt.
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Den Wald verlässt man an einer Hütte an der der Moselsteig gut ausgeschildert vorbeiführt. Es geht noch ein Stückchen über offenere Bereiche entlang. Dabei läuft man allerdings immer mehr bergab wieder in Richtung Mosel zu, was sich auch an der umliegenden Bepflanzung wieder kundttut: Es erwarten einen schon bald wieder die typischen kleinwüchsigen Bäume entlang des Weges. An einem Wegweiser stößt man auf einen Ableger des HiltonHotels aus Etappe 23 ehe es sehr steil hinab nach Oberfell geht. Eigentlich sollte dies unsere Station sein um unser Wasser aufzufüllen, wir folgten jedoch einige Meter wieder dem Moselsteig, der dort am Marienweg verläuft und fragten entgegenkommende Wanderer, ob und wo denn hier eine Gaststätte oder eine Tankstelle oder ähnliches wäre, wo wir unser Wasser auffüllen könnten.
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Nachdem diese uns mitteilten, dass es in unmittelbarer Nähe keine Möglichkeit gäbe, war der nächste Anstieg, entlang des Marienwegs für mich eine Tortur. Es war nicht nur der erste Anstieg, den ich an diesem Tag komplett durchgegangen statt gelaufen bin, sondern ich brauchte auch eine kleine Pause an einem Aussichtspunkt. Dabei schwirrten mir immer noch die Worte der zuvor begegneten Wanderer durch den Kopf. Nicht nur die Existenz von Wasser in unmittelbarer Umgebung zerschlugen sie, nein, sie gaben uns auch noch mit, dass wir den kommenden kurzen Anstieg sicher schaffen werden. Jaja, kurzer Anstieg. Immerhin hat der Kreuzweg ca. 10% Steigung und die Steigung lässt danach zwar spürbar nach, ehe man zum Fundort und Grabungsstätte des Homo Erectus gelangt, geht es jedoch noch ein weiteres Stückchen bergauf. Am Fundort ging es immerhin wieder. Dennoch machten wir an der in der nähe befindlichen Keltischen Mauer eine kurze Pause und tranken die letzten Tropfen des Wassers aus.
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Der Moselsteig verläuft dann weiter am Bleibenberg Rundweg bis zur Dreifalltigkeitskirche entlang. Vom Weg hat man immer wieder Ausblick auf das Moselpanorama, was nun durch die unmittelbare Präsenz der Burg Thurant erweitert wurde.
An der Dreifalltigkeitskirche markiert ein Warnschild, dass es bald wieder steil hinab in Richtung Mosel geht. Man läuft von dort über die Weinberge nach Alken. Endlich wieder Zivilisation, endlich wieder Wasser. Wir verließen kurzzeitig den Moselsteig und liefen zur Moselstraße. Dort wurde uns in einer Gaststätte freundlicherweise genehmigt die Trinkblasen und Flaschen aufzufüllen und sich auch um seinen eigenen Füllstand zu kümmern. Eine Wohltat.
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Erfrischt ging es dann wieder ein Stück zurück zum Moselsteig. An der Michaelskapelle vorbei tritt man hier wieder in den Wald ein und somit auch zum Aufstieg und Weg zur Burg Thurant – Auf der einen Seite immer das Moselpanorama im Blick.
Die Burg Thurant empfing uns am heutigen Tag jedoch nicht mit offenen Türen. Es war geschlossen und so bleibt uns vorerst verheimlicht, was ihre imposanten Mauern zu verbergen wissen.
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Von der Burg Thurant geht es dann runter zur Moselbrücke Löf-Alken. Der Asphaltanteil nimmt dabei immer weiter zu und ab Löf läuft man nur noch über Straße. Bis zum eigentlichen Bahnhof in Löf ist es jedoch noch ein ganzes Stück, liegt er doch im südlichsten Winkel von Löf.
Noch bevor die Sonne unterging waren wir jedoch am Bahnhof. Dort warteten wir bei restlichem Kuchen noch ca. 40 Minuten auf die Bahn, die uns wieder zum Auto brachte.
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Insgesamt endet hiermit die letzte der beiden schönen Etappe, die wir heute an einem warmen Frühlingssonntag gelaufen sind. Die 22 und 23 Etappe unterscheiden sich stark voneinander. Verläuft die 23. Etappe primär an der eher moselspezifischen Umgebung entlang, schlänkert sich die 22. Etappe zumindest zeitweise gefühlt davon weg und verläuft somit gefühlt häufiger über offenere Felder mit etwas breiteren Wanderwegen.
Jede der beiden Etappen hat ihre Highlights. Der Ausflug hat sich nicht nur gelohnt, sondern macht mir auch Lust auf mehr Moselsteig.
































































