Moselsteig Etappe 23 – Von Winningen nach Kobern-Gondorf

Markierung vom MoselsteigFast schon sommerliche Temperaturen von bis zu 15°C waren am Sonntag zu erwarten. Auch wenn theoretisch noch die ersten 5 Etappen des Siegsteigs ausstehen, so hatten meine Freundin und ich nach Beendigung von Etappe 8 des Siegsteigs erstmal genug vom (Ost)bergischem Land.
Für diesen Sonntag musste etwas anderes her, etwas neues. Auch wenn wegen der Anreisezeit logistisch nicht optimal für dieses Wochenende, so haben wir uns auf den Weg zu etwas ganz neuem gemacht, was es so noch gar nicht offiziell gibt: Den Moselsteig.

 

Der insgesamt 365 km lange Fernwanderweg wird offiziell am 12. April 2014 eröffnet und folgt dann in 24 Etappen den Schleifen der Mosel von Perl (Mosel)  am Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg bis zum Deutsches Eck in Koblenz.

Die gps Daten des offiziellen Streckenverlaufs gibt es seit einigerzeit jedoch schon auf der offiziellen Homepage des Moselsteigs oder etwas kompakter in meinem Streckenordner auf gpsies.com.
Logistisch sinnvoller räumen wir Bonner das Feld natürlich von hinten auf und starten bei Koblenz. Die 24. Endetappe scheint dabei dem Profil nach über einen hohen Asphaltanteil im Flachen zu verfügen und wurde daher an diesem Wochenende von uns nicht beachtet. Daheim fütterten wir unsere Laufuhren also mit den Streckendaten der 23. und 22. Etappe und machten  uns direkt auf  zu unserem Startpunkt der 23. Etappe zum Bahnhof nach Winningen an der Mosel. Gleich Vorweg: die 23. Etappe würde ich jederzeit wieder laufen wollen.
Ausrüstungstechnisch fiel meine Wahl abermals auf den Laufgürtel, während meine Freundin ihren Laufrucksack packte.  Neben ein paar Stückchen leckeren Nusskuchen, den am Vorabend meine Freundin als Nahrungsproviant für die anstehende Tour gebacken hat, packte ich insgesamt 3 große 0.5 Liter Softflask in den kleinen Gürtel und freute mich schon, dass das kleine Teil somit einen am Rücken getragenden Rucksack auch auf mittleren Streckenlängen überflüssig machen könnte.  Wie ein wenig später klar wird, war die Freude nur kurz.

Wir starteten unter blauen Himmel bei morgendlich frischen Temperaturen gegen  11 Uhr am Bahnhof , der über ein gewisses Kontingent an Parkplätzen verfügt, von dem man unmittelbar auf die Hügelwand der anderesn Seite der Mosel schaute. Vom Parkplatz aus fanden wir rasch die ersten Markierungen, die bereits den Zuweg zum Moselsteig kennzeichneten.

Parkplatz am Bahnhof Winningen Wegweiser in Bahnhofsnähe Markierung vom Zuweg zum Moselsteig

Es ist hervorzuheben, dass auch zum jetzigen, noch inoffiziellen Zeitpunkt, der Steig auf unserer zurückgelgten Strecke bereits an geschätzten 95% der Stellen gut ausgeschildert zu sein scheint. Die restlichen Stellen luden hingegen nicht nur zum Verlaufen ein, sondern wurden von uns dafür auch ausgiebig genutzt.  Aber das passiert eben, wenn man zwar den GPS-Track dabei hat, aber wegen der Schönheit der Moselgegend nicht darauf achtgibt. Aber in einer solchen Gegend ist man wirklich nicht allzusauer auf sich, weil man vom Weg abgekommen ist oder gar einmal kurz im Kreis gelaufen ist.

Der Zuweg des Moselsteigs folgt dem Zuweg zum Rheinburgenweg, da diese sich auch ein Stück der Strecke teilen. Er führt durch Winningen hindurch. Dort biegt er kurz hinter dem Marktplatz, an dem sich auch die Feuerwehr befindet, rechts in die Fährstraße ab. Dieser folgt man bis zum Ende, eher man einen schmalen Pfad erreicht, der einen in die Weinberge am Winninger Domgarten trägt. Auch wenn der Zuweg einen eigentlich, ziemlich direkt zu der oben befindlichen Hütte trägt, so haben wir erstmal eine kleine Treppe übersehen, den Fehler aber rasch bemerkt. Ärgerlichwerweise befindet sich sogar eine Markierung an der Treppe. Hätte man doch nur auch hinten seine Augen! Die Steigung ist weinbergsmässig typisch steil und so kullerten trotz der noch eher kühlen Temperaturen schon rasch die ersten Schweißperlen. Die Hütte kennzeichnet auch ungefähr die Stelle, an der der Zuweg auf den eigentlichen Moselsteig stößt.

Winningen Marktplatz Winningen Fährstraße Winnigen Fährstraße Aufweg zum Winninger Domgarten
Blick auf den Winninger Domgarten In den Weinbergen von Winningen Die Stelle lädt zum Verlaufen ein. Hier geht es links eine schmale Teppe hoch. ...und Verlaufen :)
Ein Echsenwesen - Der Hüter der Treppe Markierung an der Treppe Weiter hoch die Weinberge! Die Hütte ist endlich in Greifweite.

Vor einem liegen nun erstmal ein paar hunder Meter auf dem Plateau des Weinberges “Winninger Domgartens” mit phänomenaler Aussicht auf das Moseltal, ehe der Weg in bewaldeteres Gebiet abzweigt, man eine Gallerie an leeren Schnapsflaschen bewundert. Kurze Zeit später erreicht man die Autobahnbrücke an einem Rastplatz.

Blick ins Tal vom Winninger Domgarten Moselsteig am Winninger Domgarten Moselsteig am Winninger Domgarten Moselsteig am Winninger Domgarten
Schnapsflaschen am Steig Auf zur Autobahnbrücke

Aufgrund des Szeneriewechsels fragt man sich dann erstmal, ob man sich nicht verlaufen hat, tatsächlich führt der Moselsteig jedoch unter der Brücke her auf die andere Seite und offenbart dabei ein herrliches Panorama.Weiter geht es dann auf dem Hügelplateau parallel zur Mosel auf einem Trail, der mit für diese Gegend typischen kleinwüchsigen Bäumen  umgeben ist. Die Bäume haben mich damals schon in einem Stück bei Boppard beeindruckt und es macht einfach Spaß sich durch sie hinwegzubewegen.

Wir unterlaufen die Autobahnbrücke Wir unterlaufen die Autobahnbrücke Wir unterlaufen die Autobahnbrücke Ein Zitronenfalter am Anfang März
Der Trail verläuft durch eine wunderschöne Szenerie Der Trail verläuft durch eine wunderschöne Szenerie Die Bäume können auch anders.. Kurzbäume

Es folgt der erste Abstieg, die Kurzbäume werden länger, das Tempo höher und der Zeitpunkt an dem ich unbemerkt eine der 3 mitgeschleppten Softflasks verloren haben muss, schein erreicht zu sein. Den Verlust des Wasservorrats merkte ich freilich erst beim Griff nach hintem am nächsten Anstieg, so bequem scheint das Laufen mit dem beladenen Gürtel gewesen zu sein. Ob das ganze nun unterm Strich für oder gegen den Gürtel  spricht, sei dahingestellt.
Nach dem Abstieg weitet sich der Weg und geht einige Meter dem beruhigenden und leisen plätschern des Langentalbachs entlang, ehe man an einer folgenden Abzweigung den Aufstieg entlang des Belltalbaches antritt. Der Weg schlängelt sich dann den Berg hoch in Richtung freier Felder auf dem Plateau gegenüber von Dieblich. Dort erhält man kurze Zeit später eine fast bombastischt Aussicht auf den dortigen Moselausschnitt und sieht auch die nun schon recht weit hinter sich gelassene Moselbrücke.

Der erste Abstieg wird eingeläutet. Downhill am Moselsteig Moselsteig Etappe 23 - Downhill Entlang des Langentalbachs
Der Anstieg in der Nähe vom Belltalbach Entlang des Aufstieges ist ein Blick zurück möglich. ...und immer weiter geht es hoch. Ende in Sicht!
Kurze Zeit später, ein prächtiges Panorama am Moselsteig

Auf den Feldern haben wir uns dann auch tatsächlich verlaufen. Dem Weg fehlt an einer Stelle eine Markierung und wir liefen so weiter zur Absprungsplattform, die jedoch auch einen äußerst lohnenswerten Aussichtspunkt wert ist und ich so auch in zukünftigen Touren empfehle abzulaufen. Nach ein paar Photos liefen wir weiter und entdeckten ein Moselsteigschild, fühlten uns somit auf dem richtigen Weg. Das etwas nicht stimmen konnte merkten wir jedoch recht bald, aber meine Forerunner 910xt  zeigte mal wieder den gps-track nicht an und stürzte sogar komplett ab. Tatsächlich wollte uns der Weg nach Winningen zurückführen und wir liefen somit ein Stückchen im Kreis. Der Moselsteig führt nicht direkt an der Absprungsplattform vorbei, sondern biegt vorher ab und steigt hinter diesem Plateau wieder ein kleines Stückchen hinab. Aber keine Angst, auch entlang dieses Weges gibt es direkt am Anfang ein Plätzchen um das Panorama zu genießen. Dort sieht man auch imposant die beiden nächsten Profiltechnischen Highlights unserer Etappe: der Matthiaskapelle an der Oberburg Kobern sowie der Burgruine der Niederburg Kobern.

Moselpanorama am Absprungplatz der Gleitflieger ...und ein noch schönerer Anblick :) Auf zum Verlaufen...
Absturz der Laufuhr. Wegweiser: Der Moselsteig fehlt hier noch Hier geht es eigentlich entlang. Aussichtsplattform vom offiziellen Weg

Nach diesem wunderschönen Singletrail zwischen meinen kleinwüchsigen Lieblingsbäumen,  biegt man ein wenig später entlang eines wieder etwas breiteren Wegs am Insektenhotel Hilton ab zu einem Sauerbrunnen, welches mit eisigriechendem Wasser lockt. Der Brunnen war von Wanderen umgeben, die jedoch nicht wußten, ob das Wasser trinkbar ist. Da ich nur noch 2 Softflasks mitführte und eine schon leer getrunken habe, war dies für mich der optimale Zeitpunkt um als Versuchskaninchen herzuhalten. Das bergfrische und kühle Wasser ist natürlich trinkbar und ähnelt in seinem mineralhaltigem Geschmack dem Heilwasser aus anderen natürlichen Quellen. Sogar eine Tafel mit der Nährwertaufschlüsselung gibt es für den zukünftigen Wasserspezialisten.

Und weiter geht es entlang der schönen Bäume Und weiter geht es entlang der schönen Bäume Allerdings geht es nicht allzutief runter.. Abzweigung zum Hilton Hotel
Das Hiltonhotel hat noch Zimmer frei Rechts im Bild der Sauerbrunnen Das Wasser des Sauerbrunnens ist eisenhaltig. Inhaltsstoffe des Sauerbrunnen Wassers

Der Moselsteig teilt sich auf dem folgendem Stück zur Oberburg Kobern mit seiner Matthiaskapelle  den Weg mit einem Traumpfad. An der Oberburg kann man entweder nun einkehren oder macht sich entlang des Moselsteigs, der dem Kreuzweg folgt, auf in Richtung Niederburg. Dieser haben wir natürlich noch einen kurzen Besuch abgestattet.Runter  haben wir abermals den offiziellen Weg aus den Augen verloren, der eigentlich über einie kleinere Serpentinen zur Straße “Mühlental” nach Kobern Gondorf  führt und sind etwas gradliniger am Hang des Weinberges auf die Straße gekommen. Von dort geht es dann ab in Richtung Bahnhof, wo uns nach einer kurzen Kuchenpause die nächste Etappe an diesem schönen Frühsommertag erwartete, von der es bald hier zu lesen gibt. 

Traumpfad Moselsteig Traumpfad Moselsteig Ankunft Oberburg Matthiaskapelle Oberburg Matthiaskapelle
FR910XT An der Oberburg Blick auf die Niederburg Kreuzweg in Richtung der Niederburg
Panorama am Kreuzweg Oberburg - Niederburg
Auf zur Niederburg Blick von der Niederburg zur Oberburg An der Niederburg An der Niederburg
Verlaufen und fast vor einer Sackgasse, In Kobern Gondorf Halbe Kirche in Kobern Gondorf Kobern Gondorf

Trag mich in die Welt hinaus: Share on Facebook
Facebook
0Tweet about this on Twitter
Twitter
Share on Google+
Google+
0Share on Tumblr
Tumblr
0Share on StumbleUpon
StumbleUpon
0Email this to someone
email

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Captcha * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.