Ostern in Grainau – Tag 2: Eibseeumrundung und Hochthörle Hütte über den Bayernsteig am Hohes Egg

Wir umrunden den Eibsee und machen uns danach auf in Richtung Hohes Egg. Von dort geht es über den Bayernsteig zur Hochthörle Hütte, wo wir wieder zum Ausgangspunkt am Eibsee absteigen.

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Karsamstag in Grainau. Nachdem wir ein wenig länger geschlafen haben ging es erstmal frühmorgendlich zum Zentrum von Grainau um uns mit frischen Brezen, Semmeln, Bergkäse, Buttermilch, Obatzda und Honig einzudecken. Wir hielten auch kurz an einer Skischule, in der Hoffnung, dass diese uns auch Schneeschuhe ausleihen kann, nachdem wir doch am Tag zuvor ab und an im Schnee knietief eingesackt sind. Leider verwies diese uns an die Tourismusinformation und die hat in der Nebensaison samstags geschlossen. So kehrten wir nur mit Nahrung zu unserer Hütte zurück.
Nun, ein paar Wochen später, stellte sich heraus, dass die Tourismusinformation ohnehin nicht für Schneeschuhe zuständig gewesen wäre und irgendwie ging es über das Osterwochenende ja auch ohne.
Wieder in der Ferienhütte angekommen, haben wir erstmal ein sehr erfreuliches Frühstück zubereitet. Auch wenn die Motivation danach etwas unten war, und es defakto schon mittag war, musste eine kleine Tour her: Zwar war Bewölkung an diesem Tag angesagt wurden, aber der Himmel war zu dieser Stunde noch strahlend blau und einzig ein paar Wölkchen stiegen langsam im Gebirge auf. Das einzige Problem bei der Toursuche war: wir hatten keine Tour mehr geplant. Also musste improvisiert werden. Da kommt eine Eibseeumrundung gerade richtig. Eine Eibseeumrundung sollte schön und wenig anstrengend sein. Eine optimale Voraussetzung für diesen Tag. Dann kurz geschaut, wie der Zugspitz Ultratrail letztes Jahr verlaufen ist und ob man zumindest ein kleines Stück davon in die anstehende Wanderung integrieren könnte. Und ja das konnten wir: der Weg führt am Hohes Egg entlang, von dort aus konnten wir eine Runde zur Hochthörle Hütte machen um dann wieder zum Parkplatz am Eibsee zurückzukehren. Der Plan stand und hörte sich gut an. Die Strecke schnell auf gpsies.com erstellt, auf die Uhren geladen und ab ging es in Richtung Eibsee zu einem der Parkplätze.

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Die Eibseeumrundung

Startpunkt der ca. 7 km langen Runde war einer der Parklätze in der Nähe der Eibseebahn Talstation. Von dort findet man recht gut auf den Rundweg, der um den Eibsee herumführt. Wir sind die Strecke zwar gegen den Uhrzeigersinn gegangen, ich persönlich würde jedoch nun eine Umrundung im Uhrzeigersinn empfehlen. Ansonsten hat man die imposantesten Eindrücke, nämlich den Panoramablick auf das Wettersteingebirge direkt auf der ersten Hälfte der Tour und der Rest verläuft vom Panorama her eher gemäßigter. Der Rundweg ist ein recht breiter Wanderweg ohne nennenswerte Höhenmeter, führt aber vorbei an märchenhaft natürlicher Bewaldung. Entlang des Weges sind verschiedene gekennzeichnete Geo-Punkte, die u.a. die zahlreichen kleineren Nebenseen wie dem Drachenseelein kennzeichnen. Ansonsten kommt man vermehrt an kleinen Gebirgsbächen vorbei, von der das Wasser der angrenzenden Bergen in den Eibsee fließt. Wie bereits erwähnt empfand ich die zweite Hälfte der Umrundung als etwas langweiliger. Dennoch sollte man den Eibsee einmal umrundet haben. Das türkise Wasser mit Blick auf die Zugspitze bietet einfach ein unvergessliches Postkartenpanorama.

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Unterwegs zur Hochthörle Hütte

Wieder an der Tourismussammelstelle Eibsee angekommen machten wir uns dann also für die Hochtörle-Runde auf und folgten dabei ca. 6-7 km und somit eine der ersten Steigungen des kommenden Ultratrails. Auffalend ist, dass der Weg anfangs recht breit aber auch sehr steil ist. Die breite des Weges, nicht jedoch dessen Steilheit, verringert sich jedoch rasch, sobald der Weg sich durch den Wald am vorderen Zugwald bis zur Seealm-Diensthütte schlingelt. Ich nehme an, dass neben dem Weg in der Wintersaison eine Skipiste verläuft, als wir jedoch da waren lag bis dorthin noch kein Schnee. Dieser setzte jedoch kurze Zeit später ein, als der Weg durch den hinteren Zugwald führte. Wir gingen dort auch ein Stückchen entlang einer planen Piste. Die Wolkengrenze wurde erreicht und der zuvor noch einigermaßen unbewölkte Himmel wandelte sich in einen Nebelschleier, den es durch den Schnee zu durchqueren galt.

In der ferne machte sich ein grollendes Geräusch bemerkbar, welches in unregelmäßigen Abständen wiederkehrte. Zuerst dachte ich daran, dass vielleicht die Zugspitzbahn das Geräusch verursacht. Die Klärung des Geräusches kam jedoch später. Zuvor schlug es uns immer näher an das Gebiet der Riffelwandspitze durch den Schnee. Wir waren mindestens an diesem Tag die ersten, die eine Wanderung dort unternahmen: Es waren keinerlei spuren im meterhohen Schnee, denen man hätte folgen können und ebenso waren nur äußerst selten Anhaltspunkte vom Weg erkennbar. Aber irgendwie muss es ja bergaufgehen und somit gibt es im groben ja nur eine Richtung im ersten Teil einer jeden Bergwanderung. Bald schon erreichten wir so die Staatsgrenze (ein Glück, dass manche Schilder in den Bäumen hängen) und folgten ein paar alten Spuren im Schnee…immer mal wieder das geheimnisvolle Brummen vernehmend, näherten wir uns so der Gegend um die Riffelwand. Als wir aus dem Wald für ein kurzes Stück austraten, klärte der zuvor vernebelte und bewölkte Himmel auf und ermöglichte so einen wunderschönen Blick auf die Riffelwand. Allerdings war nun auch klar woher das brummende Geräusch kam: Es waren Schneelawinen, die sich an der Riffelwand lösten und hinabgleiteten. Tatsächlich streiften wir geradeLawinengefährdetes Gelände…und verliefen uns auch erstmal indem wir ein paar meter weiter als geplant uns den Riffelwänden näherten. Der Verläufer war jedoch nur sehr kurz und wir wurden zeitgleich mit einem wunderschönen Ausblick entlohnt.

Dennoch, schnell zurück und Richtung Ehrwald. Das Schild ragte gerade noch über den Schnee heraus. Den Weg zu finden schien jedoch bei dem Schnee abermals schwierig: wir fanden abermals keine alten Schneespuren mehr, denen wir folgen konnten. Aber die Österreicher denken mit: Die Wegmarkierungen befinden sich zum Teil in den Bäumen und somit mussten wir nur nach oben schauen und uns nach den roten Wegmarkierungen umschauen.

Kurze Zeit später ging es jedoch schon bergab und wir wußten, dass wir den aufrengensten Teil der heutigen Wanderung hinter uns hatten. Am Steig der zur Gans-Alm führt sind wir ein Stück tiefer runtergelaufen als wir zur Hochthörle Hütte hätten gemußt, aber vermiedeten zeitgleich auch ein Stück breiten Wirtschaftsweges. Ein guter Kompromiss. Dennoch durchläuft man bis zum Aufstieg zur Hütte sogar ein Stück Asphalt. Die Hütte selbst hatte natürlich geschlossen, scheint jedoch besonders ein Anhaltspunkt für Mountainbiker zu sein. Der Blick von der Hütte aus ist lohnenswert. Wir kombinierten ihn mit einer kleinen Pause, in welcher wir unsere mitgenommenen Käsesemmeln aßen.

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Abstieg von der Hochthörle Hütte

Kurz hinter der Hochthörle Hütte ist der Zenit unseres zweiten und letzten Anstieges erreicht gewesen. Wir folgten den Weg in Richtung Eibsee-Blick. Dort angekommen hatten wir jedoch einen See aus Wolken im Blick und keinen Eibsee. Müssen wir also nochmal hin. Ansonsten führt der Weg ohne größere Anstrengungen wieder zurück in Richtung der See-Alm Hütte. Das wir von dort auf demselben Steig waren, der uns zuvor durch den untere Zugwald nach oben brachte, fiel uns jedoch erst ein Stück später auf, als ich zufällig die Profilspuren unserer Laufschuhe in einem Stück Schnee entdeckte. Wir liefen den Steig hinunter und wurden dabei ein wenig von unseren Oberschenkeln an unsere gestrige Wanderung erinnert. Aber zügig kamen wir dann wieder nach guten 6 Stunden und 15 Minuten bei unserem Auto am Parkplatz an.

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Fazit

Es war eine insgesamt sehr, sehr schöne Tour, wobei die abwechselnde Wetterverhältnisse, also insbesondere die Variation in der Bewölkung sowie die für uns abenteuerliche Schneebegehung ohne einen sichtbaren Weg vor uns zu haben, einen großen Anteil an dieser Impression haben mögen. Eins weiß ich zudem genau: durch meterhohen Schnee eine Skipiste hochzugehen kann ganz schön anstrengend sein. Schneeschuhe wären toll gewesen, aber es ging eben auch ohne. Es war eine super Idee an diesem Karsamstag nochmal loszuziehen.

Streckenverlauf und Daten

Gesamtstrecke: 23.6 km
Maximale Höhe: 1622 m
Minimale Höhe: 973 m
Gesamtanstieg: 1611 m
Gesamtabstieg: 1615 m
Gesamtzeit: 06:15:16
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